Die Mehrphasenfahrausbildung

Die Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung hat die Unfallzahlen der Fahranfänger dramatisch gesenkt: 2002 waren Führerschein-Neulinge als Pkw- und Motorradlenker an 7793 Unfällen beteiligt, 2006 waren es laut Unfallstatistik mit 6565 Unfällen um 15,7 Prozent weniger.

Jahr für Jahr sind 35% bis 40% der Todesfälle bei jungen Menschen auf den Verkehr zurückzuführen. Die für Fahranfänger typischen Unfallumstände sind international eindeutig identifiziert: Vermehrt Alleinunfälle, Nachtunfälle, Freizeitunfälle.
Die Ursachen sind ebenfalls bekannt: Jugendliche Persönlichkeitsmerkmale (Risikobereitschaft, etc.), mangelnde Gefahreneinschätzung mangels Erfahrung; mangelnde Fähigkeit der Gefahrenbewältigung durch Ausbildungsmängel.

Die Mehrphasenfahrausbildung bildet ein harmonisch aufeinander abgestimmtes Kontinuum (verschiedene Sprossen, jedoch auf ein und derselben Leiter). Sie umfasst bereits vorhandene Module

sowie neue Module

Welcher Grundgedanke steckt hinter der Mehrphasenausbildung?

Die Unfallreduktion soll erreicht werden, indem Aus- und Fortbildungsmodule in bestimmten Phasen des Lernens, ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen, zur Anwendung kommen. Dadurch soll der Fahranfänger zu einem „guten Autofahrer“ herangebildet werden. Der „gute Autofahrer“ ist als hierarchisches Stufenmodell beschrieben

Das charakteristische eines hierarchischen Modells ist, dass Mängel auf einer höherliegenden Stufe nicht vollständig durch Fähigkeiten auf tieferliegenden Stufen kompensiert werden können.
Das heißt, dass noch so gutes fahrerisches Können wenig Relevanz für verkehrssicheres Verhalten hat, wenn beispielsweise eine aggressive und leichtfertige Persönlichkeitsstruktur vorliegt oder wenn die momentanen Fahrmotive zu einem riskanten Fahrstil führen (Angeberei vor Gleichaltrigen, aus Zeitdruck rasen etc.). Umgekehrt könnte jedoch erwartet werden, dass eine besonders hohe persönliche Verantwortungsbereitschaft dazu führt, dass man auch unter Zeitdruck nicht rast oder bei geringer Fahrpraxis keine gefährlichen oder langen Strecken fährt, sich noch Zeit für sich selbst nimmt und weitere Fahrstunden absolviert oder im Extremfall vielleicht derzeit noch gar nicht fährt und somit das Unfallrisiko reduziert.

Die Mehrphasenfahrausbildung trägt erstmals allen vier Ebenen diese Stufenmodells eines guten Autofahrers Rechnung. Jedes Modul soll ganzheitlich auf alle vier Ebenen ausgerichtet sein. Dabei gibt es allerdings verschiedene Gewichtungen: Die Grundausbildung und Prüfung zielt zwar naturgemäß primär auf die Ausbildung auf der tiefsten Stufe ab (Fahrzeugbedienung). Es werden aber auch Fähigkeiten auf der nächsthöheren Stufe behandelt (Gefahrenbremsung, Blicktechnik, vorausdenkend fahren im Sinne von Gefahrenfrüherkennung...). Gleichzeitig sollen die Lerninhalte auch schon in der Grundausbildung auf die speziellen Gefahren des z.B. Zeitdrucks beim Fahren, Wettrennen mit dem Auto... (Motivebene) hinweisen und auch auf die Bedeutung der richtigen persönlichen Einstellung beim Autofahren abzielen.

Für wen gilt die neue Mehrphasenausbildung?

Alle Bewerber um eine Lenkberechtigung für die Klassen A oder B haben die Mehrphasenausbildung zu absolvieren, wenn sie ihren Führerscheinantrag nach dem 1. Jänner 2003 bei der Behörde eingereicht haben. [Die Übergangsbestimmung wurde mit der 12. FSG-Novelle gestrichen.]
Ausgenommen sind Besitzer von ausländischen Lenkberechtigungen, die ihren Hauptwohnsitz nach dem Erwerb der Lenkberechtigung im Ausland nach Österreich verlegen. Dies gilt auch dann, wenn anschließend eine österreichische Lenkberechtigung erteilt wird.

Verlegt ein Österreicher nach dem Erwerb der Lenkberechtigung seinen Hauptwohnsitz ins Ausland, muss er die zweite Ausbildungsphase nur dann absolvieren, wenn er innerhalb von 12 Monaten nach dem Erwerb der Lenkberechtigung wieder nach Österreich zurückkehrt.
Auch nach einer Entziehung muss die Mehrphasenausbildung nicht absolviert werden, sie gilt nur bei der ersten Erteilung der Klassen A oder B. Wurde die Lenkberechtigung jedoch auf mehr als 18 Monate entzogen, so ist die zweite Ausbildungsphase nach einer eventuellen Wiedererteilung der Lenkberechtigung zu durchlaufen, sofern sie nicht bereits im Rahmen der Ersterteilung der Lenkberechtigung absolviert wurde. Diese Bestimmung hat einen sehr engen Anwendungsbereich: Sie erfasst nur die (seltenen) Fälle, in denen über einen Fahranfänger noch vor Absolvierung der Mehrphasenausbildung ein Entzug der Lenkberechtigung von mehr als 18 Monaten verhängt wird. Da die Lenkberechtigung in diesem Fall erlischt, ist eine derartige Bestimmung erforderlich.
Unzulässig ist es, die Bestimmung auf jene Fälle auszudehnen, in denen der Betreffende bei der Ersterteilung der Lenkberechtigung zur Absolvierung der Mehrphasenausbildung nicht verpflichtet war. Dies war nie beabsichtigt, da der Beisatz "sofern sie nicht bereits im Rahmen der Ersterteilung der Lenkberechtigung absolviert wurde" von einer Verpflichtung zur Absolvierung der Mehrphasenausbildung im Rahmen der Ersterteilung ausgeht. Außerdem würde eine derartige Auslegung zu dem völlig widersinnigen Ergebnis führen, dass etwa ein Lenker, der jahrzehntelang im Besitz einer Lenkberechtigung war und nun eine Wiedererteilung beantragt, wie ein unerfahrener Fahranfänger behandelt wird.

In welchem Zeitrahmen sind die Module zu absolvieren?

Nach der Grundausbildung und der bestandenen Fahrprüfung wird die Lenkberechtigung erteilt. Innerhalb von zwölf Monaten (neun Monate bei der Klasse A) sind alle jeweiligen Module der zweiten Ausbildungsphase zu absolvieren.

Welche Sanktionen drohen bei Nicht-Absolvierung?

Die Stärken des Modells

Derzeit beschränkt sich die Ausbildung zum Autofahren primär auf die Vermittlung von Wissen. Die besonderen Stärken der neuen Module dieser optimierten Fahrausbildung in mehreren Phasen sind:

Konkrete Inhalte für die Klasse B

Konkrete Inhalte für die Vorgezogene B-Ausbildung (L17)

Konkrete Inhalte für die Klasse A

Suche


Suche im WWW
Suche nur auf fuerboeck.at
 

Weitere Infos

Download

Letzte Bearbeitung: 30.08.2009 17:21.

Startseite | Impressum | Updates der Homepage | Sitemap

Diese Seite bookmarken: Drücken Sie bitte STRG + D
fuerboeck.at bookmarken | fuerboeck.at als Startseite (IE)